Schiaparelli schockt mit Raubtiermode – Tierschutzorganisation Peta verteidigt Kreationen als innovativ

25.01.2023 12:05

Das Luxuslabel Schiaparelli schickte seine Models mit riesigen Tierköpfen über den Laufsteg. Auch Influencerin Kylie Jenner saß mit Löwenkopf in der ersten Reihe. Die Empörung ist groß. Unterstützung kommt ausgerechnet von der Tierschutzorganisation Peta.

In Paris zeigen Luxuslabels wie Dior, Chanel oder Valentino derzeit ihre Haute-Couture-Kreationen für Frühjahr-Sommer 2023. Direkt zum Auftakt sorgte Daniel Roseberry, seit 2019 Kreativdirektor der Traditionsmarke Schiaparelli, mit seinen Entwürfen für einen Eklat. Der Amerikaner schickte bei seiner Präsentation mehrere Models mit riesigen Tierköpfen über den Laufsteg. So präsentierte etwa Irina Shayk ein schwarzes Kleid, an dem ein Löwenkopf befestigt war. Naomi Campell zeigte einen schwarzen Mantel mit Wolfskopf und ihre Kollegin Shalom Harlow trug eine Robe mit dem Kopf eines Schneeleoparden. Zudem saß Influencerin Kylie Jenner als Gast in der ersten Reihe – ebenfalls in einem schwarzen Kleid mit Löwenkopf.

Haute Couture in Paris: Schiaparelli schockt mit Tierköpfen

Es hagelte heftige Kritik an Jenner und dem Modehaus. Auf Instagram und Twitter empörten sich viele, wie man so etwas tragen und damit die Wilderei fördern könne. Zahlreiche User schrieben, die Kleider seien "gruselig", "schrecklich" oder einfach nur "falsch, falsch, falsch". Der Filmemacher und Tierwelt-Experte Dan O'Neill schrieb zu einem der Instagram-Posts: "Wir müssen aufhören, Tiere als Luxus-Produkte zu zeigen." Die auf dem Laufsteg gezeigten Tiere seien wegen ihrer Felle gejagt worden und nun gefährdet. "Inspiration ist mächtig, und das ist keine gute Inspiration."

Sowohl Jenner als auch die Verantwortlichen von Schiaparelli hatten in ihren Social-Media-Beiträgen explizit darauf hingewiesen, dass es sich nicht um echte Raubkatzen handele. "Für die Herstellung dieses Look sind keine Tiere zu Schaden gekommen", schreibt das Unternehmen. Der Löwenkopf beispielsweise sei aus Schaumstoff, Wolle und Seide gefertigt und von Hand bemalt worden. "Um so lebensecht wie möglich auszusehen und die Herrlichkeit der Natur zu feiern." Designer Daniel Roseberry nennt seine Entwürfe "Inferno Couture", inspiriert von einem Teil aus Dantes "Göttliche Komödie", in dem diese Tiere vorkommen.

Tierschutzorganisation Peta verteidigt die Kreationen

Trotz der Rechtfertigung des Unternehmens, dass es sich bei den Tieren ausschließlich um Attrappen handeln würde – die Ablehnung in den sozialen Netzwerken bleibt mehrheitlich bestehen. Unterstützung erhält Schiaparelli ausgerechnet von der Tierschutzorganisation Peta.

Deren Präsidentin Ingrid Newkirk nannte die Kreationen "fabelhaft innovativ", weil sie ohne echtes Fell und Leder auskommen würden. "Die Looks von Kylie, Naomi und Irina zelebrieren die Schönheit wilder Tiere und könnten ein Statement gegen die Trophäenjagd sein, bei der Löwen und Wölfe zerfetzt werden, um den menschlichen Egoismus zu befriedigen. Wir ermutigen alle, sich zu hundert Prozent an Designs zu halten, die den menschlichen Einfallsreichtum zeigen und Tierleid verhindern."

Ein wenig Kritik gab es von Newkirk dann aber doch: Kylie Jenner und Co. sollten in Zukunft doch bitte auch auf Wolle und Seide verzichten – denn die kamen bei der Herstellung der Tierköpfe durchaus sehr wohl zum Einsatz.

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